Kick: Sicherheitscheck für Eltern
Kick ist eine Livestreaming-Plattform für Gaming und Talk, gestartet 2023. In der EU laut AGB ab 16. Für Zuschauer gibt es keine Elternwerkzeuge, Glücksspiel ist eine der größten Kategorien.
Kurzentscheidung für Eltern
Kick für Kinder eher meiden.
Die Risiken überwiegen für viele Kinder deutlich. Wenn die App trotzdem genutzt wird, braucht sie enge Begleitung und klare Grenzen.
- Netzpinguin-Empfehlung: frühestens ab 16 Jahren.
- Chat-Funktion vor der Nutzung einschränken oder deaktivieren.
- Käufe und In-App-Währung vorab sperren.
- Tracking-Level: Hoch. Datenschutz gemeinsam prüfen.
Sicherheitsbewertung
Einschätzung der Redaktion · netzpinguin.de · Stand: 24.08.2026
Worum geht es in dieser App/diesem Spiel?
Auf Kick schaut dein Kind anderen live beim Spielen, Reden oder Unterwegssein zu und schreibt im Chat mit. Wer angemeldet ist, kann Kanälen folgen, sie kostenpflichtig abonnieren oder mit der Plattform-Währung Kicks Trinkgeld geben. Die Startseite lässt sich komplett ohne Konto durchblättern, eine Altersabfrage kommt dabei nicht. Neben Gaming sind Just Chatting, IRL-Streams aus dem Alltag und Casino-Kategorien die größten Bereiche.
Risiko-Indikatoren
- In-App-Käufe: Ja
In-Game-Währung: Kicks
- Chat-Funktion: Ja
- Standort-Freigabe: Nein
- Kindersicherung: Nicht verfügbar
Datensammlung: Laut Datenschutzerklärung mit Stand 19. Mai 2026 arbeitet Kick mit interessenbasierter Werbung, gibt einen gehashten Konto-Identifier an Werbepartner weiter und erhebt über Cookies Werbe-ID und präzise Standortdaten. Einen Kinder-Datenschutzmodus gibt es nicht.
Risiken für Kinder
- Glücksspiel als eigene Top-Kategorie
Casino-Streams laufen bei Kick unter der offiziellen Kategorie Slots & Casino. Rabattcodes und Werbelinks der Anbieter tauchen dabei regelmäßig im Stream auf.
- Kein Jugendschutz für Zuschauer
Es gibt kein Kinderprofil, keinen Eltern-PIN und keinen Inhaltsfilter. Kicks eigener Eltern-Leitfaden nennt nur Einstellungen für Kinder, die selbst streamen.
- Live-Inhalte ohne Alterskennzeichnung
Streams laufen in Echtzeit, gezeigte Spiele tragen keine USK-Angabe. Was in der nächsten Minute passiert, weiß auch der Streamer selbst nicht immer.
- Chat und Kontaktanbahnung
Der Chat steht Fremden offen. Unbeaufsichtigte Interaktion zwischen erwachsenen Creators und Minderjährigen hat Kick erst im März 2026 ausdrücklich verboten.
- Werbe-Tracking über Geräte hinweg
Laut Datenschutzerklärung gibt Kick einen gehashten Konto-Identifier an Werbepartner weiter und erhebt Werbe-ID sowie präzise Standortdaten für personalisierte Anzeigen.
Unsere Empfehlungen
- In der EU laut AGB erst ab 16 erlaubt, davor kein eigenes Kick-Konto
- Nicht auf Plattform-Filter warten, auf dem Gerät oder im Router sperren
- Casino-Streams einmal gemeinsam ansehen und die Gewinn-Logik einordnen
- Keine Karte und kein PayPal im Kick-Konto hinterlegen, Käufe über dich
- Beim eigenen Streamen Wortsperrliste und Follower-only-Modus einschalten
Kindersicherung einrichten, Schritt für Schritt
- Alter ehrlich eintragen
Lege das Konto zusammen an und trage das echte Geburtsdatum ein. In der EU erlaubt die AGB die Nutzung ab 16, unter 18 nur mit deinem Einverständnis.
- Auf dem Gerät filtern statt in der App
Kick bietet Zuschauern keine Elternwerkzeuge. Der Hebel liegt bei Apple Bildschirmzeit, Google Family Link oder einer Sperre im Router.
- Zahlungswege schließen
Hinterlege keine Karte und kein PayPal im Konto. Abos und Kicks laufen dann nur über deinen Zugang und nach Absprache.
- Kategorien besprechen
Schaut euch die Kategorie-Übersicht einmal gemeinsam an. Wenn dein Kind weiß, warum Slots & Casino tabu ist, trägt die Absprache länger als ein Verbot.
- Chat absichern, falls dein Kind selbst streamt
In den Chat-Einstellungen des Streamer-Dashboards Wortsperrliste anlegen, Links im Chat deaktivieren und den Follower-only-Modus einschalten.
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