Sendit: Sicherheitscheck für Eltern
Sendit ist eine Add-on-App für Snapchat und Instagram für anonyme Q&A-Sticker. Der Reiz des anonymen Fragens führt auf Schulhöfen regelmäßig zu Cybermobbing und teuren Abo-Fallen.
Kurzentscheidung für Eltern
Sendit für Kinder eher meiden.
Die Risiken überwiegen für viele Kinder deutlich. Wenn die App trotzdem genutzt wird, braucht sie enge Begleitung und klare Grenzen.
- Netzpinguin-Empfehlung: frühestens ab 14 Jahren.
- Chat-Funktion vor der Nutzung einschränken oder deaktivieren.
- Käufe und In-App-Währung vorab sperren.
- Tracking-Level: Hoch. Datenschutz gemeinsam prüfen.
Sicherheitsbewertung
Einschätzung der Redaktion · netzpinguin.de · Stand: 08.09.2026
Worum geht es in dieser App/diesem Spiel?
Nutzer wählen in Sendit vorgefertigte Fragespiele oder Text-Sticker wie „Beichte mir was“ oder „Wer aus der Klasse…“ aus und teilen sie als Sticker in ihrer Snapchat-Story oder auf Instagram. Freunde und Follower tippen auf den Sticker und senden anonyme Antworten zurück, ohne die App selbst installieren zu müssen. Die Antworten laufen im Sendit-Postfach des Nutzers ein und lassen sich wiederum als Snap oder Story-Post öffentlich teilen.
Risiko-Indikatoren
- In-App-Käufe: Ja
In-Game-Währung: Diamanten (Sendit Diamond)
- Chat-Funktion: Ja
- Standort-Freigabe: Nein
- Kindersicherung: Nicht verfügbar
Datensammlung: Sendit verarbeitet Werbe-IDs, Gerätekennungen und Chat-Metadaten. Wegen unzureichendem Schutz von Kinderdaten und irreführender Werbung reichten FTC und US-Justizministerium Klage gegen den Betreiber ein.
Risiken für Kinder
- Cybermobbing durch Anonymität
Anonyme Fragen verleiten dazu, Beleidigungen, Gerüchte oder Drohungen abzusetzen, die man dem Gegenüber niemals persönlich sagen würde.
- Abo-Falle durch Sendit Diamond
Für rund zehn Euro wöchentlich suggeriert die App, Absender zu enttarnen. Die gelieferten Tipps (wie Betriebssystem) sind jedoch praktisch wertlos.
- Keine elterliche Einsicht
Sendit bietet keinerlei Jugendschutz-Tools oder Verknüpfungen für Eltern. Eingehende Nachrichten bleiben für Erziehungsberechtigte unsichtbar.
- Sensible Datenweitergabe
Die App sammelt umfangreiche Gerätedaten und verknüpft Kontakte. Gegen den Anbieter läuft ein US-Verfahren wegen Missachtung von Kinderdaten.
Unsere Empfehlungen
- In-App-Käufe auf dem Smartphone strikt mit Passwort absichern.
- Snapchat-Stories ausschließlich für persönliche Freunde freigeben.
- Klare Absprache treffen: Bei fiesen Nachrichten sofort die Verknüpfung trennen.
- Gemeinsam prüfen, ob eine Deinstallation der App für Entlastung sorgt.
Kindersicherung einrichten, Schritt für Schritt
- In-App-Käufe auf dem Smartphone sperren
Aktiviere in Bildschirmzeit (iOS) oder Family Link (Android) die Kaufbestätigung mit Passwort, um ungewollte wöchentliche Sendit-Diamond-Abos zu verhindern.
- Snapchat-Storys auf enge Freunde beschränken
Stelle in den Snapchat-Einstellungen unter „Wer kann… Meine Story sehen“ auf „Eigene Freunde“, damit Sendit-Sticker nicht für Fremde sichtbar sind.
- Belästigungen direkt in Sendit melden
Tippe bei verletzenden oder beleidigenden Nachrichten auf die drei Punkte in der Nachricht und wähle „Melden und Blockieren“.
- Verknüpfung in Snapchat trennen
Öffne in Snapchat Einstellungen → Verbundene Apps → Sendit und tippe auf „Entfernen“, um der App den Zugriff auf das Profil komplett zu entziehen.
- Konto und Daten in Sendit löschen
Tippe in Sendit auf das Profilsymbol, scrolle nach unten zu „Account löschen“ und bestätige die dauerhafte Löschung aller gespeicherten Nachrichten.
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